Lapislazuli: Eigenschaften, Merkmale & Fakten
Das geschichtsträchtige Gestein Lapislazuli fasziniert durch tiefes Ultramarinblau und goldene Pyriteinschlüsse. Entdecken Sie naturbelassene Rohsteine für Ihre Sammlung.
Lapislazuli ist kein einzelnes Mineral, sondern ein metamorphes Gestein, das vorwiegend aus verschiedenen Mineralen zusammengesetzt ist. Den Hauptbestandteil bildet das tiefblaue Feldspatvertreter-Mineral Lasurit (ein schwefelhaltiges Aluminiumsilikat), welches für die charakteristische, ultramarinblaue Grundfarbe verantwortlich ist. Begleitet wird es typischerweise von weißem Calcit, silbrig-goldenem Pyrit sowie wechselnden Anteilen an Diopsid, Sodalith und anderen Silikaten, die im Zuge der Kontaktmetamorphose von Karbonatgesteinen entstehen.
| Merkmal | Mineralogische Details |
|---|---|
| Gesteinsart / Klasse: | Metamorphes Gestein (hauptsächlich Silikate/Carbonate) |
| Hauptgemengteile: | Lasurit (färbend, 25–40%), Calcit (weiß), Pyrit (golden) |
| Kristallsystem: | Kombiniertes Gefüge (Lasurit kristallisiert kubisch) |
| Mohshärte: | 5 bis 5,5 (Dichte: 2,70 bis 2,90 g/cm³) |
| Glanz & Transparenz: | Fettglanz bis Matt; vollkommen undurchsichtig (opak) |
| Bruch & Spaltbarkeit: | Muscheliger, unebener Bruch; keine Spaltbarkeit (Gesteinsgefüge) |
| Farbe: | Ultramarinblau, Azurblau bis Dunkelblau; mit weißen Schlieren und goldfarbenen Punkten |
Varietäten & Besonderheiten
Die qualitative Einstufung von Lapislazuli erfolgt über das quantitative Verhältnis seiner mineralischen Bestandteile. Als besonders wertvoll gilt die rein ultramarinblaue Variatät („Nili“), die fast vollständig aus Lasurit besteht und kaum weiße Calcit-Adern aufweist. Fein verteilte, punktförmige Pyriteinschlüsse gelten als Echtheitszertifikat und verleihen dem Gestein einen metallischen, sternenhimmelartigen Glanz. Ist der Calcit-Anteil hingegen dominierend, spricht man von minderwertigem, hellblauem „Lapis-Matrix“ oder Chilenischem Lapis. Eine charakteristische Besonderheit ist die Freisetzung von gasförmigem Schwefelwasserstoff (Geruch nach faulen Eiern), wenn das Gestein frisch geschliffen oder mit Säure benetzt wird.
Verwendung & Fundorte
Lapislazuli gehört zu den ältesten bekannten Kultur- und Schmucksteinen der Menschheit und wurde bereits im alten Ägypten für Pharaonenmasken (wie die des Tutanchamun) und Siegelringe verwendet. In der Kunstgeschichte war das aus echtem Lapis gemahlene Pigment „Ultramarinblau“ das teuerste und edelste Farbmittel der Renaissancemalerei. Heute wird das Gestein zu hochwertigen Cabochons, Perlen, kunstgewerblichen Schnitzereien und exklusiven Sammlerobjekten verarbeitet. Die historisch bedeutendste und bis heute qualitativ unübertroffene Fundstätte liegt im afghanischen Hindukusch (Region Badachaschan, Mine Sar-e-Sang). Weitere relevante Vorkommen befinden sich in Chile (Ovalle, meist hellere Qualität mit viel Calcit), Russland (Baikalregion), Myanmar und den USA.
Wichtige Pflege- & Umgangshinweise
Mit einer Mohshärte von 5 bis 5,5 ist Lapislazuli ein vergleichsweise weiches und empfindlich aufgebautes Gesteinsgefüge. Er reagiert extrem anfällig auf mechanischen Druck und wird von härteren Mineralen (wie Quarz) leicht zerkratzt. Eine weiche, separate Lagerung ist daher zwingend notwendig. Chemisch ist Lapislazuli hochgradig säureempfindlich: Bereits milde Haushaltsreiniger, Essig oder Hautschweiß können die enthaltenen Calcit-Phasen auflösen, was die Oberfläche mattiert, porös macht und irreparabel zerstört. Die physische Reinigung darf ausschließlich trocken mit einem weichen Tuch oder im Bedarfsfall ganz kurz mit lauwarmem, reinem Wasser erfolgen. Reinigung im Ultraschallbad oder mit Dampfgeräten führt zu Rissen im spröden Gesteinsverbund und ist absolut unzulässig.
