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Cölestin: Eigenschaften, Merkmale & Fakten

Das Strontiumsulfat Cölestin besticht durch seine charakteristische, himmelblaue Färbung. Entdecken Sie ästhetische Geoden und Kristallstufen für Ihre Sammlung.

Cölestin (auch Coelestin oder Strontiumsulfat genannt) ist ein modular aufgebautes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfate. Es bildet die namensgebende Cölestingruppe und kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Als wichtigstes Strontium-Mineral der Erdkruste ist es chemisch eng mit dem Baryt verwandt und verdankt seinen Namen der charakteristischen, zart himmelblauen Färbung, die viele seiner makroskopischen Kristalle aufweisen.

MerkmalMineralogische Details
Mineralklasse:Sulfate (wasserfreie Sulfate ohne fremde Anionen)
Chemische Formel:SrSO₄ (oft mit diadocharer Vertretung durch Barium)
Kristallsystem:Orthorhombisch
Mohshärte:3 bis 3,5 (Dichte: 3,96 bis 3,98 g/cm³)
Glanz & Transparenz:Glasglanz, auf Spaltflächen schwacher Perlmuttglanz; transparent bis durchscheinend
Bruch & Spaltbarkeit:Muscheliger, unebener Bruch; vollkommene bis deutliche Spaltbarkeit
Farbe:Himmelblau, farblos, milchig weiß, hellgrau, seltener rötlich oder gelblich

Varietäten & Besonderheiten

Die prägende Besonderheit des Cölestins ist seine feine, blau-graue Färbung, die primär auf strahlungsinduzierte Gitterdefekte in Kombination mit Spurenelementen zurückzuführen ist. Das Mineral tritt bevorzugt in Form von dicken, tafeligen bis prismatischen Einzelkristallen auf, bildet jedoch häufig auch dichte, kugelförmige Geoden aus. Eine weltweit singuläre geologische Besonderheit ist die „Crystal Cave“ in Ohio (USA) – eine gigantische, vollständig mit bis zu einem Meter großen Cölestinkristallen ausgekleidete Geode. Unter Flammenkontakt zeigt Cölestin, bedingt durch das enthaltene Strontium, eine charakteristische, intensiv karminrote Flammenfärbung.

Verwendung & Fundorte

In der Rohstoffindustrie ist Cölestin das weltweit bedeutendste Erz zur Gewinnung von Strontium, welches unter anderem in der Pyrotechnik (rote Leuchtfeuer), der Glasherstellung und der Elektronikindustrie Verwendung findet. Für Geowissenschaftler und Mineralsammler sind naturbelassene Geodensegmente und freistehende Kristallstufen aufgrund ihrer Ästhetik hochgeschätzte Exponate. Das Mineral bildet sich meist sedimentär in Evaporiten, Kalksteinen oder Dolomiten sowie sekundär hydrothermal auf Erzgängen. Die qualitativ besten und weltweit dominierenden Fundorte für hellblaue Cölestin-Geoden liegen in Madagaskar (Sakoany). Weitere bedeutende Lagerstätten befinden sich in Tunesien, Spanien, Italien (Sizilien), Mexiko, China und den USA.

Wichtige Pflege- & Umgangshinweise

Cölestin besitzt eine geringe Mohshärte von 3 bis 3,5 und weist eine vollkommene Spaltbarkeit auf. Dies macht das Mineral extrem spröde, zerbrechlich und anfällig für mechanische Oberflächenschäden. Es muss zwingend erschütterungsfrei, weich gebettet und getrennt von härteren Mineralen oder Quarzen gelagert werden. Cölestin ist zudem mäßig wasserlöslich (ca. 0,14 g/l bei 20 °C) und neigt bei langem Kontakt mit Feuchtigkeit dazu, seine hochglänzenden Kristallflächen dauerhaft einzubüßen. Die Reinigung sollte daher idealerweise trocken mit einem feinen Staubpinsel oder im Ausnahmefall nur extrem kurz mit kaltem, destilliertem Wasser ohne jegliche Tenside erfolgen. Das Mineral ist darüber hinaus thermisch und UV-lichtempfindlich: Direkte Sonneneinstrahlung führt über längere Zeiträume zum unumkehrbaren Verblassen der geschätzten blauen Farbe.

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