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Baryt: Eigenschaften, Merkmale & Fakten

Der Schwerspat Baryt beeindruckt durch seine hohe Dichte und Vielfalt. Entdecken Sie ästhetische Kristallstufen und Wüstenrosen für Sammler.

Baryt, auch bekannt unter der bergmännischen Bezeichnung Schwerspat, ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfate. Chemisch gesehen handelt es sich um ein Bariumsubstrat (Bariumsulfat), das aufgrund seiner für ein nicht-metallisches Mineral außergewöhnlich hohen Dichte eine Sonderstellung einnimmt. Das Mineral kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und bildet die namensgebende Barytgruppe, zu der unter anderem auch Cölestin und Anglesit gehören.

MerkmalMineralogische Details
Mineralklasse:Sulfate (wasserfreie Sulfate ohne fremde Anionen)
Chemische Formel:BaSO₄ (häufig mit geringen Anteilen von Sr oder Ca)
Kristallsystem:Orthorhombisch
Mohshärte:3 bis 3,5 (Hohe Dichte: 4,5 g/cm³)
Glanz & Transparenz:Glasglanz, auf Spaltflächen Perlmuttglanz; durchsichtig bis undurchsichtig
Bruch & Spaltbarkeit:Muscheliger, unebener Bruch; vollkommene Spaltbarkeit
Farbe:Farblos, weiß, grau, gelblich, bräunlich, rötlich oder bläulich

Varietäten & Besonderheiten

Baryt ist für seine enorme morphologische Vielfalt bekannt. Neben dicken, tafelig bis prismatisch ausgebildeten Einzelkristallen tritt er häufig in rosettenförmigen Aggregaten auf. Eine weltbekannte petrefaktische Sonderform ist die sogenannte „Barytrose“ oder „Wüstenrose“, bei der das Mineral in sandigen, ariden Böden zusammen mit Quarzkörnern rosettenartig verwächst. Eine weitere, historisch bedeutsame Varietät ist der „Bologneser Spat“ – ein phosphoreszierender Baryt, der nach dem Erhitzen im Dunkeln nachleuchtet und die Erforschung der Lumineszenz historisch maßgeblich vorantrieb. Gelegentlich weist Baryt eine zonierte Färbung auf, die durch wechselnde Einlagerungen während des Kristallwachstums entsteht.

Verwendung & Fundorte

In der Industrie ist Baryt aufgrund seiner Dichte und chemischen Trägheit der wichtigste Rohstoff für die Gewinnung von Barium und dient als Bohrspülung in der Erdölförderung sowie als Kontrastmittel in der Radiologie. Für Mineraliensammler ist er wegen seiner oft perfekt ausgebildeten, hochglänzenden Kristallstufen ein begehrtes Objekt. Baryt bildet sich vorwiegend hydrothermal auf Erzgängen oder sedimentär in kalkigen und sandigen Ablagerungen. Zu den bedeutendsten Fundorten weltweit zählen China, Indien, Marokko (bekannt für herausragende gelbe und braune Kristallstufen) sowie die USA. In Europa sind historisch und mineralogisch die Fundstellen im Harz, im Schwarzwald und im Erzgebirge (Deutschland) sowie in England und Rumänien von großer Relevanz.

Wichtige Pflege- & Umgangshinweise

Baryt besitzt eine sehr geringe Mohshärte von 3 bis 3,5 und ist zudem aufgrund seiner vollkommenen Spaltbarkeit extrem spröde und stoßempfindlich. Bereits geringe mechanische Belastungen oder ein unvorsichtiges Aneinanderreihen mit härteren Mineralen führen zu irreparablen Rissen, Absplitterungen oder Kratzern. Er muss daher weich gelagert und erschütterungsfrei aufbewahrt werden. Chemisch ist Bariumsulfat zwar extrem stabil und unlöslich in Wasser sowie in den meisten Säuren, dennoch sollte die Reinigung rein physikalisch erfolgen. Aufgrund der dichten Lamellenstrukturen bei Stufen empfiehlt sich eine vorsichtige Trockenreinigung mit einem feinen Pinsel oder Druckluft. Eingelagerte Wüstenrosen dürfen wegen ihres hohen Sandanteils niemals nass gereinigt werden, da sie sonst ihre strukturelle Stabilität verlieren.

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